So gelingt im Handwerk die Einflottung von Lastenrad & Co.

Das Handwerk: Unzählige Berufsbilder, Auftragssituationen und Fahrprofile. Mit diesen Erkenntnissen aus Ich entlaste Städte 2 können Sie Ihren Fuhrpark weiterentwickeln. Unserer Erfahrung nach gibt es keine Pauschallösung für bestimmte Gewerke – es lohnt, sich Fahrzeuge individuell auszusuchen. Ein guter Plan und eine motivierte Führungsebene sollten die Basis sein. Achten Sie darauf, die Mitarbeitenden früh einzubinden und intensiv nach geeigneten Einsatzszenarien zu suchen.

1. Feste Touren bzw. Einsatzzwecke sichern die langfristig erfolgreiche Nutzung von Lastenrädern bzw. LEV. Faustregel für die absolute Untergrenze für Lastenräder: Mindestens ein Nutzungstag pro Woche, mindestens 4 Kilometer Strecke. Manchmal gibt es keine festen planbaren Fahrten, weswegen es auf eine Nutzung nach Bedarf hinausläuft. Für diesen Fall sollten Sie den Bedarf managen, bspw. in dem klar geregelt wird, für welche Fahrten Lastenrad bzw. LEV genutzt werden.

2. Maximale Tagesfahrleistungen von 20-30 Kilometern für Lastenräder sind ideal. Oft sind zeitsparende Abkürzungen möglich, bspw. durch Grünflächen, Durchfahrtssperren und Einbahnstraßen.

3. Bei Parkplatznot, Staus und Mitarbeitenden ohne Führerschein steigern Lastenräder die Produktivität des Unternehmens. Denn: Ein Handwerkerparkausweis bietet keine Parkplatzgarantie, und im Stau nützt er nichts. Mit dem Lastenrad werden Parkplatzsuchzeiten und Fußwege eingespart: Parken direkt vor der Tür des Kunden wird möglich – das Lastenrad dient dann gleichzeitig als Materialwagen.

4. Lastenräder ermöglichen Umstrukturierungen bei der Arbeitsorganisation, bspw. den Neuzuschnitt von Aufgaben und Touren, um die Vorteile bestmöglich zu nutzen. Lastenräder sind Ein-Personen-Fahrzeuge – bündeln Sie Allein-Einsätze beim Lastenrad. Tipp: Bei größeren Projekten bzw. Baustellen ist es manchmal möglich, das gesamte Material zum Start per LKW anzuliefern; an den Folgetagen können die Mitarbeitenden dann per (Lasten-)Rad, ÖPNV, LEV o.ä. direkt vom Wohnort aus zum Kunden fahren.

5. Motivierte Mitarbeitende sind extrem wichtig für den Erfolg. Tipp: Bei Lastenrad-Akzeptanzproblemen Aufgaben bzw. Teams umstrukturieren oder gezielt Fahrrad-affine Leute suchen und einstellen. Stellen Sie zudem wetterfeste Arbeitskleidung für die Radfahrenden zur Verfügung.

6. Die Fahrzeuggröße muss passen: Ermitteln Sie Ihren Transportbedarf und wählen Sie das Lastenrad entsprechend aus. Denken Sie bei großen und sperrigen Lasten auch über kompakteres Werkzeug bzw. vorabgelängtes Material oder einen Lastenrad-Anhänger nach.

7. Erheben Sie zuerst Daten: Was kostet der Fuhrpark wirklich? Welche Fahrzeuge werden kaum genutzt? Wie viel Zeit geht in Staus verloren? Was kostet (Falsch-)Parken?

8. Klare Verantwortlichkeiten für das Transformations-Projekte definieren: Erfolgreich teilnehmende Unternehmen hatten meist eine klar verantwortliche Person für das Flottenumstellungs-Projekt, als Schnittstelle zwischen der Führungsebene, den Fahrenden und auch der Werkstatt. Sie sollten in Ihrem Betrieb deshalb eine solche Verantwortlichkeit zuweisen.

Erfolgsbeispiele aus der Praxis

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