
Stadtwerke München: Lastenrad auf dem U-Bahn-Betriebshof
Für Unternehmen mit großen Betriebshöfen ist die Intralogistik ein Dauerthema: Wie transportiert man Waren, Werkzeuge und Menschen schnell und sicher von A nach B? Bei den Stadtwerken München (SWM) stellte sich im Laufe des Langzeittests eines ONO Lastenrads heraus, dass genau solche Aufgaben ideal für das Lastenrad sind – in der U-Bahn-Werkstatt in Fröttmaning. Dort ersetzt die ONO die Nutzung konventioneller Transporter und wird täglich von der Elektroabteilung genutzt. SWM kaufte die ONO nach dem Test und rechnet dank der durch das Lastenrad erzielten Effizienzsteigerung von 5-8 Prozent mit einer Amortisationszeit von einem Jahr.
Nutzungsprofil: Werkstattfahrzeug
- Transportaufgaben: Die Elektroabteilung tauscht aktuell auf dem gesamten Gelände Leuchtstoffröhren gegen LEDs. Das Lastenrad transportiert Mensch, Material und Werkzeug direkt an den Einsatzort.
- Einsatzort: Flacher Betriebshof mit wenig Verkehr
- Bisherige Lösung: interne, kostenpflichtige Buchung konventioneller Fahrzeuge bei größerem Materialtransportbedarf
Vorteile für die SWM
Messbare Effizienzsteigerung
Die Nutzung des ONO hat eine Effizienzsteigerung von 5 bis 8 Prozent bewirkt. Diese Verbesserung resultiert aus wegfallenden zusätzlichen Wegen und der Möglichkeit, Material direkt an die Einsatzorte zu transportieren.
Vollständiger Ersatz konventioneller Fahrzeuge
Seit der Einflottung der ONO wird kein konventionelles Fahrzeug mehr benötigt. Die Buchung von Verbrennerfahrzeugen über das SWM-interne Fahrzeugbuchungstool durch die Elektroabteilung wurde komplett eingestellt, da die ONO alle Transportbedürfnisse der Elektroabteilung abdeckt.
Mehr Ergonomie
Das Tragen schwerer Gegenstände über längere Strecken entfällt dank des Lastenrads, da mit ihm direkt zum Einsatzort gefahren werden kann. Das Lastenrad bewirkt eine erhebliche Arbeitserleichterung und wird deshalb täglich gern von den Mitarbeitenden genutzt.
Erfolg dank Einsatzweck-Recherche

Die Stadtwerke München experimentierten, wie sich Lastenräder in die vielfältigen betrieblichen Aufgaben integrieren lassen. Als wenig erfolgreich stellte sich – ähnlich wie bei anderen Test-Unternehmen – heraus, Lastenräder als Pool-Fahrzeuge zur freien Nutzung durch die Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen. Als zusätzlich herausfordernd wurde empfunden, dass der Verkehrsraum am Standort Hauptbahnhof nicht lastenradfreundlich ist. Zudem sollte die ONO in einer Tiefgarage geparkt werden, hatte dort aber Probleme beim Bewältigen der steilen Auffahrtsrampen.

Sehr erfolgreich war letztlich der Einsatz in der U-Bahn-Werkstatt: Die Mitarbeitenden vor Ort zeigten Interesse und bewarben sich intern für die ONO. Die dortige Zuordnung auf ein festes Team mit festen Aufgaben führte wie bei zahlreichen anderen Unternehmen zum Erfolg. Auf dem flachen Betriebshof lässt sich die ONO sehr gut fahren. Dank des sehr großen Transportvolumens, des guten Wetterschutzes und des stabilen Fahrverhaltens ähnelt es einem Mini-LKW. Diese Eigenschaften sind in engen Innenstädten nicht ideal, bei großzügigerem Verkehrsraum hingegen angenehm.
Fazit
Die Stadtwerke München beweisen: Wenn ein bereits beschafftes Lastenrad sich in der geplanten Nutzung nicht bewährt, sollte man intensiv nach alternativen Nutzungsideen suchen oder diese schaffen. Bei den dann passenden Rahmenbedingungen können Lastenräder nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Arbeitseffizienz messbar steigern und die körperliche Belastung der Mitarbeitenden reduzieren. Die kurze Amortisationszeit von einem Jahr macht den Einsatz auch wirtschaftlich attraktiv.