So gelingt in der Logistik die Einflottung von Lastenrad & Co.

Logistikunternehmen bzw. Unternehmen mit Eigen-Logistik waren im Test die Kilometer-Champions: Die Zahl der Einsatztage und die Höhe der täglichen Fahrleistungen (im Median etwa 18 km) sind sehr hoch. Problematisch ist es deshalb vor allem, wenn Fahrzeuge nicht robust genug sind, Essenziell ist auch ein schneller und zuverlässiger Service für die Fahrzeuge – am besten vor Ort.
Die Treiber Image und Umweltziele sind in der Logistik bei den Unternehmen meist stark vorhanden – ein wichtiger Antrieb. Sehr positiv wirkt es sich aus, wenn es einen „Kümmerer“ gibt, also eine Person, die die Lastenrad-Einflottung operativ managt und Rückhalt von der Führungsebene hat. Wenn mit Subunternehmen gearbeitet wird, empfiehlt es sich erfahrene Radlogistiker zu beauftragen.

1. Passende Fahrzeuge auswählen: Die Logistik-Unternehmen im Test wählten schlussendlich fast immer Schwerlastenräder mit Kofferaufbau, da diese a) einen großen Gepäckraum haben und b) bei schwerer Fracht einfacher im Handling sind, da im Gegensatz zu zweirädrigen Rädern das Fahrrad nicht balanciert werden muss. Eine Ausnahme ist das klassische Fahrradkuriergeschäft, wo die Fahrenden teils wendige Fahrzeuge, häufig Long-Johns, bevorzugen. Für bspw. die Lebensmittellogistik sind LEV durchaus eine Alternative, da Transportvolumen, Geschwindigkeit und Reichweite höher sind.

2. Robuste Fahrzeuge wählen: Der KEP-Einsatz belastet die Fahrzeugkomponenten stark. Achten Sie beim Lastenradkauf vor allem auf stabile Rahmen, Laufräder und Antriebe.

3. Faktor Mensch einplanen: Es gibt in vielen Logistik-Unternehmen Rad-Fans. Es kann jedoch sein, dass diese sich beispielsweise nicht mit Schwerlastenrädern anfreunden. Stellen Sie für Schwerlastenräder ein Team an Fahrenden zusammen, ggf. durch gezielte Personalsuche. Bei LEV ist manchmal die Kabine sehr kompakt, was sehr große Menschen stören kann. Ausprobieren!

3. Maximale Tagesfahrleistungen von 20-30 Kilometern (oder weniger) sind für Lastenräder ideal, im besten Fall mit vielen innerstädtischen Stopps und einer fahrradfreundlichen Verkehrssituation. Beispiele: Fußgängerzonen, die ganztägig mit dem Fahrrad befahren werden dürfen oder urbane Wohngebiete mit vielen Stopps. In der Logistik konnten wir aber auch Fahrleistungen von über 60 km am Tag beobachten. Das zeigt, was möglich ist, es ist aber keinesfalls notwendig um das Lastenrad sinnvoll einzusetzen: So hatten teilweise Verstetiger-Unternehmen im Projekt nicht zwangsläufig hohe Laufleistungen zu verzeichnen. Mit LEV sind in der Regel bis zu 80 km machbar.

4. Über Mikrodepots nachdenken: Um die Tagesfahrleistung von Lastenrädern zu senken (!), hat sich das Anlegen von bspw. 3 Depots im Stadtgebiet bewährt. Dort wird die Fracht angeliefert und auf die Lastenrad-Teams für eine Feinverteilung im Nahbereich umgelagert. So werden lange Regiewege per Fahrrad vermieden und der Transporter muss nur einmal in die Stadt hineinfahren. Diese Regiewege belasten die Fahrenden, das Material und sie kosten Zeit.

5. Wartung und Service regeln: Wenn Sie täglich auf Lastenräder angewiesen sind, ist Zuverlässigkeit sehr wichtig. Kleine Reparaturen im Haus erledigen zu können ist stark vorteilhaft. Für komplexe Aufgaben sollten Sie eine gute Werkstatt in der Nähe haben, die sich mit Ihren Fahrradmodellen auskennt. Eine Flotte aus einheitlichen Fahrzeugen erleichtert die Wartung.

Erfolgsbeispiele aus der Praxis

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