
Sie denken über die Anschaffung von Lastenrädern oder Leichtelektromobilen für Ihren Fuhrpark nach? Nutzen Sie unseren 6-Punkte-Praxisleitfaden, der auf realen Erfahrungen aus Unternehmen basieren.
Der wichtigste Tipp vorab: Wenn man in den Fuhrpark komplett neue Fahrzeugtypen aufnimmt – wie Fahrräder – müssen Prozesse angepasst werden und vor allem die Mitarbeitenden mitmachen.
Die 6 Punkte im Überblick:
- Umstellung der Flotte als Transformationsprojekt verstehen
- Konkrete Szenarien für Nutzung festlegen und optimieren
- Vorteile von Lastenrädern gezielt nutzen
- Alle Ebenen des Unternehmens einbinden
- Probefahrten im Berufsalltag
- Wirtschaftliche Vorteile individuell berechnen
1. Umstellung der Fahrzeugflotte als Transformationsprojekt verstehen
Lastenräder und LEVs sind für die meisten Unternehmen neue Fahrzeugkategorien. Ihre Integration in die Fahrzeugflotte benötigt die Bereitschaft zu Veränderungen und Lernen. Denn: Viele Prozesse müssen angepasst werden. Diesen Wandel müssen Unternehmen aktiv gestalten.
Mit Lastenrad bzw. LEV kaufen sich Unternehmen keine Technik, sondern Wandel.
Weichen stellen: Wie bei allen Change-Prozessen, bspw. Büro-Umzug oder Software-Umstellung, ist Planung erforderlich. Lastenrad und LEV sind oftmals kein 1:1 Ersatz für bspw. Transporter und erfordern daher Reorganisation.
Leute mitnehmen: Von den ersten Planungen („Wir wollen unsere betriebliche Mobilität verändern“) bis zur Fahrzeugauswahl sollte man im Unternehmen mit vielen Leuten sprechen, vor allem mit denen, die damit fahren sollen.
Projekt managen: Change gelingt selten über Nacht. Es ist wicht, am Ball zu bleiben, Erfolge zu monitoren, die Nutzung zu optimieren und die Belegschaft mitzunehmen.
Großen Einfluss hat die Ausgangsmotivation, denn diese bestimmt die nächsten Schritte. Hier sind 6 beispielhafte Motivationen, die wir in den Test-Unternehmen beobachten konnten. Erkennen Sie sich wieder?

„Ich bin Geschäftsführerin und möchte mit Lastenrädern Klimaschutz und Kostensenkung kombinieren“
Innovation von oben: Diese Motivation ist sehr gut. Bedenken Sie, dass dieses Projekt ein Change-Prozess ist, das technische und psychologische Herausforderungen mit sich bringt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Mitarbeitenden begeistern. Um eine Kostensenkung zu erzielen, sollten Sie ein Bestandsfahrzeug durch bspw. ein (gebrauchtes) Lastenrad ersetzen. Das kann unter Umständen drei- bis vierstellige Summen im Jahr sparen. Tipp: Installieren Sie eine verantwortliche Person („Kümmerer“) für das Flotten-Projektmanagement als „Scharnier“ zwischen der operativen und der leitenden Ebene.

„Wir sind eine ganz normale Firma und wollen Lastenräder ausprobieren.“
Interesse als Treiber:
Finden Sie zuerst ein Nutzungsprofil, bei dem das Lastenrad mindestens einmal pro Woche eingesetzt wird. Binden Sie die Mitarbeitenden früh ein. Prüfen Sie dann, was Sie zu Terminen mitnehmen müssen und ob es für sperrige Ausrüstung kompaktere Alternativen gibt. Vorwissen mit Radlogistik ist nicht erforderlich, kann aber hilfreich sein. Sprechen Sie mit anderen Betrieben aus Ihrem Gewerk, die bereits Erfahrungen mit Lastenräder haben oder hören Sie sich in der Innung um. Suchen Sie außerdem gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden Einsatzfelder und -szenarien aus, die Sie dann in der Praxis bei Probefahrten testen – um herauszufinden, welche Modelle wirklich passen.

„Ich bin Fuhrparkleiter und suche für den Innenstadtverkehr nach effizienteren Fahrzeugen.“
Flottenmanagement neu denken: Lastenräder und LEVs unterscheiden sich in Größe und vor allem Fahrverhalten wesentlich von Pkw und Transportern, weswegen der Faktor Mensch sehr groß ist. Viele kleine und große Faktoren beeinflussen, ob die Mitarbeitenden gern mit den Fahrzeugen fahren oder sie diese ablehnen. Gegenüber Ihren Führungskräften ist das Thema Kosten von Bedeutung. Wichtig ist es hier, die Vollkosten von bspw. Transportern und Lastenrädern exakt zu vergleichen, speziell auf den angedachten Touren inkl. Verkehrs- und Parksituation. Denn auch die Parkplatzsuche oder das Stehen im Stau verursacht Kosten, die jedoch oft nicht mitgedacht werden und die der Einsatz von Lastenrädern einsparen kann.

„Ich bin Nachhaltigkeitsmanagerin und möchte den Mitarbeitenden nachhaltige Fahrzeuge anbieten.“
Ein Projekt, das viele Abteilungen betrifft: Wenn die Idee für eine Flottenumstellung aus einer Fachabteilung wie dem Nachhaltigkeits-Team kommt, müssen viele weitere Menschen mit eingebunden werden: Zuerst benötigt man Rückhalt und ggf. Budget von der Führungsebene, und dann Begeisterung von denen, die mit den neuen Fahrzeugen fahren soll. Dies gelingt über frühzeitige Einbindung aller Teams, der Definition bzw. der Erarbeitung klarer Nutzungsprofile sowie Steuerung und Begleitung der Transformation.

„Wir haben mit Fahrrädern Erfahrung und wollen uns jetzt auch Lastenräder kaufen.“
Empfehlung: Beachten Sie, dass das Fahrverhalten von Lastenrädern sich modellabhängig sehr stark von normalen Fahrrädern unterscheidet. Machen Sie mit dem Team lange Probefahrten, um die passenden Modelle zu finden.

„Ich bin Mitarbeiter und habe keine Lust mehr auf Stau und Parkplatzsuche.“
Empfehlung: Überzeugen Sie Ihre Führungsebene davon, dass ein Lastenrad wirtschaftlich sinnvoll ist. Schreiben Sie auf, wieviel Zeit Sie im Auto verlieren. Zeigen Sie auf, welche Strecken mit welcher Ladung mit dem Lastenrad fahrbar sind. Schauen Sie bei lokalen Händlern nach Lastenrädern, mit denen Sie Ihre Aufgaben erledigen könnten.
2. Konkrete Szenarien für Nutzung festlegen und optimieren
Im Projekt erfolgreiche Unternehmen hatten sich genau überlegt, für welche Fahrten sie die Testfahrzeuge nutzten – oder waren kreativ, neue Einsatzbereiche im laufenden Betrieb zu entdecken. Dabei half die Analyse der Fahrtprofile: Entweder konnten bestehende Fahrten eins zu eins auf Lastenräder und LEV verlagert werden oder sie wurden geschickt mit vorhandenen Transportern kombiniert.
Lastenräder eignen sich sehr gut für immer wieder vorkommende, gleiche Transportaufgaben – wie es sie in vielen Dienstleistungsbranchen und Gewerken gibt. Eine Distanz von bis zu 30 Kilometern am Tag ist dank E-Motor auch für Lastenrad-Neulinge machbar. Der Bereich zwischen 8 und 18 Tages-Kilometer war besonders häufig vertreten. Im Bereich Logistik können es in Einzelfällen bis zu rund 60 Kilometer am Tag werden.
Lesen Sie mehr im Artikel über Nutzungsmuster.
Analysieren Sie zuerst Ihren Transportbedarf

- Für welche Strecken wird der aktuelle Fuhrpark eingesetzt?
- Welche Fahrten eignen sich schon jetzt für Lastenräder (ca. max. 35 km Gesamtstrecke am Tag) oder LEVs (ca. max. 80 km Gesamtstrecke)? Übrigens eignen sich auch sehr kurze Strecken, bspw. 4 km Tagesfahrleistung, sehr gut für Lastenräder. Wichtig ist zu beachten, dass das Lastenrad ein „Ein-Personen-Fahrzeug ist“.
- Wieviel Transportvolumen bzw. Nutzlast wird wirklich benötigt?
- Gibt es aktuell oder künftig Mitarbeitende, die keinen Führerschein haben?
- Wie gut eignet sich die Verkehrsinfrastruktur für Lastenräder? Gibt es Radwege? Sind Abkürzungen möglich? Wie sehr stören Staus und Parkplatzsuche den Betriebsablauf?
Einsatzprofil festlegen oder Geschäftsmodell entwickeln
- Können Lastenrad bzw. LEV planbar mindestens einmal pro Woche eingesetzt werden? Ein klares Einsatzprofil zum Start schafft die Grundlage für die erfolgreiche Nutzung.
- Lassen sich aktuelle Fahrten anders organisieren, um mehr Fahrten mit Lastenrad & LEV leisten zu können, bspw. indem Fahrten mit großer bzw. schwerer Ladung auf große Fahrzeuge umverteilt werden?
- Ist die Entwicklung von Geschäftsmodellen bzw. neuen Angeboten möglich, die sich ideal mit Lastenrad oder LEV abbilden lassen?
- Wird es einen festen Kreis an Fahrenden geben? Das ist sehr wichtig, da die Einflottung als Pool-Fahrzeug „auf gut Glück“ erfahrungsgemäß nicht funktioniert, so lange keine Nutzungsroutine bei den Mitarbeitenden besteht.
- Sind Ideen für einen Plan B möglich? Beispiel: Das Lastenrad wird von einer anfänglich begeisterten Abteilung nach kurzer Zeit doch abgelehnt. Möglich sind die Suche nach neuen Einsatzszenarien, neuen Mitarbeitenden oder alternativen Fahrzeugen.
Modellkategorie vorauswählen
In den meisten Fällen ist die Vorentscheidung einfach:
- Bei wenigen Stopps und wenig Transportbedarf sind Long-Johns meist ideal: Die klassischen Lastenräder mit zwei Rädern erfordern wenig Umgewöhnung bei Leuten, die gern Fahrrad fahren. Fahrprofile mit vielen Stopps und schwerer Ladung sind nicht ideal, da das Gewicht balanciert werden muss. Oftmals ist eine – nicht überdimensionierte – Transportbox die beste Stauraum-Lösung. Bei Transport-Mehrbedarf haben sich Lastenrad-Anhänger bewährt.
- Bei vielen Stopps oder mit viel Ladung sind Schwerlastenräder eine sinnvolle Wahl. Die Modelle mit drei oder vier Rädern sind fahrstabil und bieten teils sehr viel Stauraum. Für schmale Radwege sind sie manchmal zu sperrig. Wetterschutz ist modellabhängig erhältlich. Sollte Wetterschutz gefordert sein, muss es ein Schwerlastenrad mit Dach und Frontscheibe sein. Die Kaufpreise sind wesentlich höher als bei Long-Johns, die Servicekosten allerdings nicht unbedingt.
- LEV: Im Gegensatz zu gängigen E-Kleinwagen und E-Kleintransportern gibt es manche LEV auch mit Sonder-Aufbauten, die im gewerblichen Einsatz deutlich vorteilhaft sein können. Beispiele sind Kofferaufbauten mit seitlichen Rolltoren oder Schiebetüren, Pritschenwagen, Planenaufbauten oder Kipper.
3. Vorteile von Lastenrädern gezielt nutzen

Lastenräder haben viele Vorteile als Geschäftsfahrzeug – wenn man sie gemäß ihrer Stärken einsetzt.
Dazu gehören:
- das Vorbeifahren am Stau
- das Nutzen von Abkürzungen
- der Wegfall der Parkplatzsuche
- kürzere Fußwege am Zielort. Diese daraus resultierende Zeitersparnis ermöglichte es einigen der teilnehmenden Unternehmen, mehr Aufträge pro Tag zu erledigen, als wenn sie mit dem Pkw unterwegs gewesen wären.
- Auch Mitarbeitende ohne Führerschein können so allein unterwegs sein.
4. Alle Ebenen des Unternehmens einbinden
Neben einer vom Einsatz von Lastenrädern überzeugten Leitung ist die Begeisterung der Mitarbeitenden für diese Fahrzeuge ein elementarer Faktor. Dafür sollten sie möglichst früh eingebunden werden und Mitsprache bei der Auswahl der Fahrzeuge haben. In größeren Unternehmen ist ein aktives Fuhrpark- und Projektmanagement von Vorteil.
Alle Abteilungen müssen mitziehen
- Sind alle beteiligten Abteilungen und verantwortlichen Personen involviert und ziehen mit? Sowohl die Führungsebene, die Fachebene und die Fahrenden sollten schon vor dem Projektstart mit Begeisterung dabei sein – oder sich begeistern lassen.
- Vorsicht Falle: Wenn nur die Führungs- oder Fachebene begeistert ist, aber die Fahrenden das Projekt und die Fahrzeuge ablehnen, kann das Projekt scheitern
Euphorie und Geduld managen
- Im Test konnten wir viele Phänomene beobachten: Aus anfänglicher Euphorie kann Ernüchterung werden, aus anfänglichem Frust kann später ein voller Erfolg werden, und natürlich gibt es viele Erfolgsgeschichten ab dem ersten Tag.
- Tipp: Wie bei den meisten Change-Prozessen ist eine langfristige Begleitung sehr sinnvoll, um Probleme zu erkennen und zu beseitigen.
5. Probefahrten im Berufsalltag

Erst im Rahmen von mindestens eintägigen Probefahrten zeigt sich, ob sich das Fahrzeug für Ihren konkreten Einsatzzweck eignet.
- Passt das Transportvolumen? Dabei geht es in der Regel nicht um die Extremsituationen!
- Wenn das Transportgut zu groß ist: Kann man es passend machen, bspw. durch Ablängen, oder durch kompaktere Alternativen ersetzen, bspw. Teleskop- statt Klappleiter?
- Fährt das Team gern mit dem Fahrzeug, in Bezug auf Fahrverhalten, Schaltung, Bremsen etc.?
- Wenn das Team nicht gern damit fährt: Gibt es Fahrzeugalternativen, bspw. von anderen Herstellern? Auf den ersten Blick ähnliche Lastenradmodelle können sich im Fahrverhalten erstaunlich deutlich voneinander unterscheiden.
- Wie weit kommt man mit einer Akkuladung im individuellen Einsatzprofil?
Suchen Sie lokale Handels- bzw. Servicepartner
- Wie alle Fahrzeuge benötigen auch Lastenräder und LEVs ab und an Service und Wartung.
- Im geschäftlichen Einsatz ist schneller Service sehr wichtig, damit die Werkstattaufenthalte kurz sind und das Fahrzeug wieder produktiv eingesetzt werden kann.
- Dies gelingt, wenn sich die Werkstatt mit dem Fahrzeug auskennt.
- Suchen Sie deshalb zuerst einen Lastenrad- bzw. LEV-Handels- bzw. Servicepartner vor Ort oder einen zuverlässigen überregionalen Servicepartner.
- Nützlich sind hierbei die Händlersuchen auf den Hersteller-Websites.
6. Wirtschaftliche Vorteile individuell berechnen

Aufgrund ihrer im Vergleich zu konventionellen Kraftfahrzeugen niedrigen Betriebskosten eignen sich Lastenräder dazu, eine bestehende Flotte zu ergänzen – vor allem aber als Ersatz für gering ausgelastete kleinere Transporter oder Pkw. Wenn ein Bestandsfahrzeug durch ein Lastenrad ersetzt wird, sind jährliche Einsparungen im drei- bis vierstelligen Bereich möglich. Die Gründe dafür sind: Energiekosten von rund 50 Cent pro 100 Kilometer, Wartungs- und Reparaturkosten von häufig 10 bis 20 Cent pro Kilometer sowie niedrige Versicherungsprämien.
Kaufen oder finanzieren und versichern
- Mietkauf bzw. Finanzierung sind bei gewerblich genutzten Lastenräder sowie bei LEVs besonders beliebt.
- Gewerbliche Leasing-Angebote können im Einzelfall interessant sein; rechnen Sie die Konditionen durch. Das Angebot bei Leasinganbietern steigt. Gehen Sie auf Ihren gewohnten Dienstleister zu! Hinweis: Förderprogramme schließen Leasing oft aus; informieren Sie sich über den aktuellen Stand.
- Ob es gerade Förderprogramme gibt, die für Ihr Unternehmen anwendbar sind, weiß im Normalfall der Händler. Eine eigene Recherche ist zusätzlich sinnvoll. Stand Januar 2026 gibt es 25 % Förderung für E-Lastenräder über die BAFA bis max. 3.500 Euro Fördersumme.
- Sprechen Sie beim Kauf zusätzlich die Themen Versicherung und Wartung bzw. Wartungsverträge an. Wartungsverträge sind eine Überlegung wert, wenn Sie die Nutzung gut voraussagen können. Bei unklarer Nutzungsprognose sind Wartungen nach Bedarf die bessere Wahl.
- Eine Versicherung ist, im Gegensatz zum Kfz, beim Lastenrad nicht verpflichtend. LEVs haben entweder ein Versicherungskennzeichen oder werden ganz normal wie Pkw oder Nutzfahrzuge zugelassen. Sollten Sie das Lastenrad versichern wollen, sind Modelle wie Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko etc. möglich. Bei manchen (Vollkasko-)Versicherungen ist ein GPS-Tracker im Preis inkludiert, der dann direkt in der Händlerwerkstatt eingebaut wird. Solche Versicherungen sollte man deshalb direkt beim Kauf abschließen.
Alternative: Gebrauchtkauf
- Die Gebrauchtpreise für Lastenräder und LEVs sind – aus Käufersicht – attraktiv. Der Gebrauchtkauf ist eine kostengünstige Beschaffungsmöglichkeit.
- Tipp: Mit einem Gebrauchtfahrzeug können Sie einen eigenen, preiswerten Langzeittest im Unternehmen starten. Bei Nichtgefallen geben Sie das Fahrzeug dann wieder auf dem Gebrauchtmarkt ab.
Was kostet ein Lastenrad monatlich?
- Rechnen Sie als Basis mit einem Kaufpreis im Bereich von 6.000 bis 8.000 Euro inkl. USt. für ein Long-John-Lastenrad mit E-Antrieb und Transportbox, ab 8.000 Euro inkl. USt. für ein Schwerlastenrad mit E-Antrieb ohne Dach und ohne Box, und im oberen Preissegment 16.000 bis 19.000 Euro inkl. USt. für ein voll ausgestattetes Schwerlastenrad mit besonders kraftvollem Motor, sehr großem Akku, Dach und Kofferaufbau. Die Bandbreite an Kaufpreisen ist groß.
- Bei einer Finanzierung über 60 Monate liegen die Raten dann in etwa bei 120 Euro ohne USt. bzw. 250 – 300 Euro ohne USt.
- Wenn es staatliche Förderungen gibt und sie diese in Anspruch nehmen, senkt das den Kaufpreis und die monatlichen Kosten.
- Nach den 60 Monaten hat das Fahrzeug noch einen Restwert, der jedoch schwer vorhersagbar ist, da er vom Fahrzeugzustand und der Marktsituation abhängt.
- Wenn man Restwert optimistisch einrechnet, liegt der monatliche Wertverlust oft im Bereich von 100 bis 150 Euro; er kann jedoch auch mehr betragen. Leasingraten können höher liegen, da der Leasinggeber das Restwert- und Anschlussverwertungsrisiko trägt.
Lastenräder als Pkw-/Transporter-Ersatz lohnen sich fast immer
- Haben Sie eines oder mehrere Fahrzeuge in der Flotte, die wenig bewegt werden – beispielweise unter 10.000 km im Jahr?
- Oder lassen sich Fahrten mit hohem Transportbedarf anders auf die Flotte verteilen, so dass ein Pkw oder Transporter so wenig Restlaufleistung hätte, dass das Fahrzeug durch ein Lastenrad ersetzt werden kann?
- Oder stehen Sie vor einer Pkw- oder Transporter-Neuanschaffung, für die ein Lastenrad eine Alternative wäre?
- Wenn Sie es schaffen, einen Pkw oder Transporter durch ein Lastenrad zu ersetzen, können Sie unter Umständen Geld einsparen.
- Die Einflottung eines Lastenrades als reines Zusatzfahrzeug lohnt sich hingegen vor allem dann, wenn dadurch Mitarbeitende ohne Führerschein mobil werden oder die Verkehrs- und Parkplatzsituation für manche Aufträge unerträglich ist.
- Nutzen Sie für eine erste Kostenschätzung den ROI-Rechner.
Die Kosten der Mitarbeitenden einrechnen
- Unsere Forschung aus dem Vorprojekt zeigt: Unter drei Kilometer Fahrtstrecke haben Lastenräder und Autos nahezu identische Fahrtzeitenbereiche, erst ab fünf Kilometer sind die Unterschiede deutlicher. 50 % der Fahrten wären bei einem Wechsel vom Auto zum Lastenrad höchstens zwei bis zehn Minuten später angekommen. Dabei wurden bei dieser Betrachtung noch keine zusätzlichen Zeiten berücksichtigt (etwa für das Suchen von Parkplätzen oder den Fußweg vom Parkplatz zum Zielpunkt), die den bestehenden Vorsprung des Autos spürbar verringern könnten. Testen Sie die Fahrtzeiten auf Ihren gängigen Strecken zu den für Sie relevanten Uhrzeiten.
- Auf längeren Strecken kann sein, dass das Lastenrad langsamer als das Auto ist. Hier entstehen Personal-Mehrkosten. Diese werden allerdings durch die geringeren Betriebskosten des Lastenrades teils aufgefangen.
- Attraktiv ist es, Fachkräfte von reinen Fahrtätigkeiten oder von Fahrten zu einfachen Tätigkeiten zu entlasten. Dies gelingt mit der Umverteilung dieser Fahrten auf Aushilfskräfte, die für Lastenrad-Fahrten nicht mal einen Führerschein brauchen. So schaffen Sie die Möglichkeit, für Ihre Fachkräfte mehr abrechenbare Zeit freizuschaufeln.
Service- und Reparaturkosten sind überschaubar
- Der Servicebedarf von Lastenrädern unterscheidet sich von Pkw und Transportern.
- Statt einem teuren Service alle 20.000 km bzw. jährlich oder alle zwei Jahre kann bei Lastenrädern alle 2.500 km ein preisgünstiger Servicetermin nötig sein.
- Wartungs- und Reparaturkosten bei Lastenrädern hängen stark von der Nutzungsintensität ab. Bei schonender Nutzung können 5 Cent je Kilometer als Wartungskosten genügen. Mit 10 bis 20 Cent je km kommt man fast immer hin. Im Gegenzug sind alle anderen Kostenpositionen preiswert, wie Anschaffung, Versicherung und Energiekosten.
- Es lohnt sich, kleine Wartungsarbeiten im Haus zu erledigen, bspw. Sichtkontrollen und Reifenwechsel.
- Bei einem harten Einsatzprofil sollten Sie großen Wert auf ein Lastenradmodell mit robusten Komponenten achten, bspw. mit Teilen aus der Motorradtechnik. Die Erfahrung im Test zeigt, dass stark beanspruchte Lastenräder mit stabilen Bauteilen tendenziell weniger außerplanmäßige Reparatur- und Wartungskosten verursachen.