ICH ENTLASTE STÄDTE 2

Lastenräder und E-Fahrzeuge – das ist die perfekte Kombination für Handwerk, Dienstleistung und Handel, um Städte zu entlasten. Jedoch gibt es zu wenig Wissen und Erfahrungsberichte, um den Betrieben fundierte Empfehlungen zur Umstellung von Flotten auf alternative Mobilitätslösungen zu geben.
Ich entlaste Städte 2 erforschte deshalb im Rahmen realer Praxistests, wie gut sich gewerbliche Verbrennungsmotor-Fahrzeugflotten auf emissionsfreie Fahrzeugkonzepte wie Elektro-Lastenräder und leichte E-Nutzfahrzeuge dauerhaft umstellen lassen.
Ich entlaste Städte 2 ist das Nachfolgeprojekt von Ich entlaste Städte. Im zweiten Projekt liegt der Schwerpunkt auf Langzeittests mit größeren Flotten, um Flottenumstellungen zu erforschen und im Anschluss über die Kommunikation der Erkenntnisse Unternehmen aus allen Branchen faktenbasiert für stadtentlastende Mobilität zu begeistern.

Die Vorüberlegungen zu Ich entlaste Städte 2

42 Test-Unternehmen schaffen Wissen

Kerndaten im Überblick

Das zweite Projekt von „Ich entlaste Städte“ war ein intensives Programm: 42 Betriebe wurden im Rahmen eines Bewerbungsprozesses vom Projektteam ausgewählt und bei ihrer eigenen Umstellung auf Städte-entlastende Mobilität intensiv begleitet – mittels der vergünstigten Überlassung von hochwertigen Fahrzeugen sowie umfassender Beratung. Von 2023 und 2025 waren die Fahrzeuge bei Unternehmen in 8 Regionen im Einsatz. Durch den langen Test-Zeitraum und die wissenschaftliche Begleitung wurden wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis gewonnen, um viele weitere Betriebe zur Nachahmung anzuregen. Dies soll unter anderem durch die Ansprache von Multiplikatoren aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Medien gelingen.

Der Test ist abgeschlossen

Die Testphase ist abgeschlossen, die Ergebnisse wurden ausgewertet.

Auf dieser Website finden Sie zahlreiche Erkenntnisse, Informationen und Tipps.

Passen perfekt: Mehr als 12 verschiedene Fahrzeugmodelle im Test

Das Marktangebot für Cargo Bikes und Leichtelektromobile wächst beständig. Dadurch finden sich für fast jeden Mobilitäts- und Transportbedarf ideale Fahrzeuge. Diese Modellvielfalt wurde im Praxis-Betrieb erprobt, um herauszufinden, wie sich die Fahrzeuge im täglichen Einsatz bewähren.
Teilnehmende Betriebe erhielten bis zu 12 Monate lang als Testflotte mehrere fabrikneue alternative Fahrzeuge zur gewerblichen Nutzung. Die passgenaue Auswahl der hochwertigen Fahrzeuge aus einem Pool von mehr als 12 verschiedenen Modellen - zuzüglich Aufbauvarianten - erfolgte mit unserem Beratungsteam.
Beispiele für Fahrzeuge sind:

  • klassisches, einspuriges E-Lastenrad mit 2 Rädern (z.B. Long-John-Bauweise)
  • drei- oder vierrädriges Lastenrad mit Kofferaufbau oder Planenaufbau für große und schwere Lasten, oft mit Kabine
  • große Fahrrad-Anhänger
  • leichtes E-Nutzfahrzeug (L2e, L7e, N1; max. 45 - ca. 90 km/h)

Eine Übersicht über die Fahrzeuge finden Sie auf der Unterseite Testfahrzeuge.

Die Betriebe bezahlten für die mehrmonatige bis einjährige Nutzung einen Beitrag von ca. € 50-80 im Monat je Fahrzeug. Transport, Versicherungen und Schulungen waren inklusive. Das Preismodell mit überschaubaren monatlichen Kosten kam bei den Unternehmen sehr gut an. Bei den Wartungskosten fiel 10 % Eigenbeteiligung an. Die Fahrzeuge waren umfassend versichert und wurden inklusive Schulung und Einführung übergeben. Während des gesamten Testzeitraums stand eine Hotline zur Verfügung, etwa zur Klärung von operativen Fragen, Wartungsterminen, Reparaturen oder Schadensfällen.

Ich entlaste Städte 2 auf einen Blick

  • Emissionsfreier Wirtschaftsverkehr: „Ich entlaste Städte 2“ beweist, dass durch passgenau ausgewählte einspurigen Lastenräder, Schwerlastfahrräder oder leichte E-Nutzfahrzeuge (LEVs) Betrieben dauerhaft auf emissionsfreie Fahrzeugkonzepte umstellen.
  • Größere Flotten im Blick: Das Projekt sprach vor allem Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, (Logistik-)Dienstleistung und Handel an, speziell mit Verbrennerflotten mit mehr als fünf Fahrzeugen. Manche Unternehmen hatten indes nur einen PKW, dessen Nutzung durch ein Lastenrad stark reduziert wurde.
  • Bis zu einem Jahr Langzeittest: Die Betriebe erhielten die Möglichkeit, bis zu einem Jahr lang insgesamt circa 45 E-Lastenräder, Schwerlastfahrräder und LEVs zu testen und damit die Transformation in Richtung einer umweltfreundlicheren Fahrzeugflotte voranzutreiben.
  • Intensive Flottenberatung: Die Unternehmen erhielten intensive Fachberatung zur Auswahl der optimalen Fahrzeugmodelle für die avisierten Tätigkeiten. Dabei wurde das breite Spektrum an technologisch innovativen Fahrzeugmodellen vermittelt. Teils waren während des Tests Fahrzeugmodellwechsel möglich, um Alternativen auszuprobieren.
  • Wissenschaftliche Begleitung: Die Unternehmen konnten Einsatzkonzepte, die in der Beratungsphase ermittelt wurden, ausprobieren und verbessern. Die Begleitung der teilnehmenden Unternehmen fand über den gesamten Testzeitraum statt und ermöglichte eine weitere Verbesserung oder Neugestaltung der Einsatzkonzepte mit dem Ziel einer ökologisch und ökonomisch möglichst sinnvollen Nutzung der Lastenräder und LEVs.
  • Messbare Erfolge: Um eine datenbasierte Evaluation von Kenngrößen wie Fahrleistungen, Wirtschaftlichkeit und Emissionsreduktion zu ermöglichen, erfassten die Unternehmen vor der Umstellung auf die Projektfahrzeuge GPS-Daten ihrer aktuellen Verbrennerfahrzeugflotte.
  • Full-Service-Dienstleistungen im Blick: Die Gewährleistung verlässlicher Services wie Lastenradwartung und -reparatur sind zentral für die weitere Verbreitung von gewerblich genutzten Lastenrädern. Nur so können Wartungsaufwände bei der Planung gewerblicher Fuhrparks eine berechenbare Größe werden. Das Projekt unterstützt die Entstehung und Professionalisierung von erfolgreichen Service-Geschäftsmodellen.

Ziele

  • Das Ziel ist, gewerbliche Fahrten – Wirtschaftsverkehre – mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren so weit wie möglich zu reduzieren. Dadurch werden Städte von Abgas- und Lärmemissionen entlastet, und durch die Kompaktheit der Fahrzeuge wird Verkehrsraum eingespart. Ebenso werden CO2-Emissionen reduziert und dokumentiert. Die im Vorhaben erzielten Treibhausgaseinsparungen wurden mithilfe einer Smartphone-gestützten Verkehrsdatenerhebung (DLR MovingLab) erhoben und berechnet.
  • Die rund 40 am Projekt teilnehmenden Betriebe wurden unterstützt, ihre konventionellen Nutzfahrzeuge durch nachhaltige Mobilitätsoptionen zu ersetzen – und damit Emissionen einzusparen.
  • Die Erfahrungen und Erkenntnisse der teilnehmenden Betriebe sollen als „Blaupause“ für ihre jeweiligen Branchen dienen und möglichst viele weitere Unternehmen zur Nachahmung motivieren, damit Verkehrswende und Klimaschutz weiter vorangebracht werden können.

Von den Erkenntnissen profitieren alle

Dank der Langzeit-Flottentests in den teilnehmen Betrieben werden umfassende Erfahrungen aus jeweils bis zu einem vollen Jahr Praxiseinsatz gewonnen. Von diesen Erfahrungen können viele Zielgruppen profitieren:

  • Unternehmen: Informieren, motivieren und Fuhrpark-Neuausrichtungen erfolgreich vorbereiten - auf dieser Internetseite finden Unternehmen Lastenrad-Erfahrungsberichte sowie praxisrelevantes Wissen.
  • ROI-Rechner: Wieviel kostet der Betrieb eines Lastenrades im Vergleich zu einem Transporter? In die Vollkosten- sowie Kosten-Nutzen-Rechnung fließen zahlreiche Faktoren ein, die mit dem Online-Rechner abgeschätzt werden können.
  • Kommunen und Kammern: Für Multiplikator und mitgestaltende Organisationen in den Städten und Gemeinden haben wir zahlreiche Erkenntnisse zusammengestellt. Diese finden Sie auf der Seite zu Kommunen.
  • Lastenrad-Branche: Die Erkenntnisse des Lastenradtests können Hersteller, Händler und Werkstätten zu optimierten Modellen und Dienstleistungen inspirieren. Lesen Sie mehr dazu auf der Seite zu Branchenempfehlungen.

Ein Projekt des DLR, gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative

„Ich entlaste Städte 2“ ist ein Projekt des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wird geleitet von Dr. Johannes Gruber. Kontakt: lastenrad@dlr.de.
Das Projekt wird gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, unter dem Förderkennzeichen: 67KF0154.

Erkenntnisse aus dem Vorgängerprojekt

Ich entlaste Städte 2 baut auf den Erkenntnissen des ersten Projekts „Ich entlaste Städte“ auf, welches von 2017-2020 durchgeführt wurde. Dieses konzentrierte sich als größter Lastenrad-Test Europas auf die Gewinnung von Erkenntnissen aus möglichst vielfältigen Einsatzszenarien. Auf www.lastenradtest.de/ergebnisse/ findet sich ein breites Angebot an Veröffentlichungen des Vorgängerprojekts.

Praxiswissen

Fallstudien aus der Praxis

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